Sanctum Homes | Kurzgeschichte über Ahmed – Syrien
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Kurzgeschichte über Ahmed – Syrien

29 Okt Kurzgeschichte über Ahmed – Syrien

IMAG2252 300pxDer in „Ar-Raqqa“ aufgewachsene, 23 Jahre junge Mann, lebt seit 2014 im Geo Home und ist seit Oktober 2015 offiziell als Flüchtling in Deutschland anerkannt.
Ar-Raqqa liegt in Syrien auf 245 Meter Höhe am linken (nördlichen) Ufer des Euphrat.
Einen Einblick über die Komplexität des Krieges in Syrien, als auch Gründe für die Flucht Ahmeds aus der Stadt, zeigt ein Auszug des Wikipediaeintrags zur Entwicklung der Stadt, seit Ausbruch des Krieges:

„Im Syrischen Bürgerkrieg wurde „Raqqa“ im März 2013 von Rebellen besetzt, den Angriff führte eine Gruppe die sich als „Ahrar al-Scham“ bezeichnet. Rund 800.000 Vertriebene haben sich einer Schätzung zufolge bis März 2013 in die Stadt geflüchtet. Die schiitische Moschee „Ammar ibn Yassir“ im Norden der Stadt, wurde nach den Kämpfen von sunnitischen Rebellen entweiht und Schreine zerstört. „Ar-Raqqa“ wird seit der Eroberung durch Oppositionskräfte von al-Qaida zugehörigen Kämpfern sowohl der Nusra-Front als auch von ISIS kontrolliert. Mitte August 2013 vertrieb ISIS die der Freien Syrischen Armee zugehörigen Ahfad-al-Rasul-Brigade aus der Stadt.

ISIS besorgt den Großteil des Weizens, der von den Bäckereien der Stadt benötigt wird, aus dem nördlichen Grenzgebiet zur Türkei. Außerdem liefert ISIS den Großteil des Öls der Stadt, aus den Brunnen in von Rebellen kontrollierten Teilen im Osten Syriens. ISIS betreibt auch ein eigenes Gericht in der Stadt, bemüht sich um Da?wa (Missionierung zum Islam) und hat eine Schule für Kinder wiedereröffnet. ISIS ist verantwortlich für die Entführung von „Paolo Dall’Oglio“ in der Stadt im Juli 2013. Seit Mitte Juni finden regelmäßig Proteste der Einwohner gegen ISIS statt.“
Am 26. September 2013 hatten islamistische Terroristen die christliche orthodoxe Kirche „Sajjida-al-Bishara“ in Brand gesetzt, nachdem zuvor bereits die Kreuze und Bilder von den Wänden gerissen und angezündet wurden. Am 29. September töteten die Syrischen Luftstreitkräfte nach Angabe der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei einem Angriff auf eine Schule 16 Menschen, darunter 10 minderjährige Schüler. Christen in ar-Raqqa sind dazu gezwungen eine Kopfsteuer zu zahlen und dürfen nicht in der Öffentlichkeit beten. Das Rauchen, der Genuss von Alkohol und das Hören von weltlicher Musik wurden von dem IS verboten.
Quelle: Wikipedia 2015

Ahmed’s Familie gehörte in Syrien zur Oberschicht, da der Vater ein gut laufendes Im- und Exportgeschäft führte. So konnte die Familie auch ein Bauingenieur – Studium für den jüngsten Sohn finanzieren. Zu diesem Zweck zog Ahmed nach Damaskus – Hauptstadt Syriens, welches er aber zu Beginn des Konfliktes in Syrien 2011 wieder verließ, um zur Familie nach Raqqa zurückzukehren. 2012 dann heiratete Ahmed im Libanon, das im Norden und Osten an Syrien grenzt. Zusammen entschloss sich die junge Familie, 2013 nach Europa zu flüchten, in der Hoffnung, hier ein glückliches Familienleben führen zu können – jedoch auf unterschiedlichen Wegen.
Ahmeds Frau flüchtete über die Türkei nach Schweden, er selbst aber über die Türkei und Polen nach Deutschland.
Seine beiden Brüder flohen schon früher aus Syrien, als die Lage dort zu eskalieren begann. Der mittlere Sohn floh, als ausgebildeter Arzt, nach München und lebt dort mit der gemeinsamen Mutter. Der Älteste ging nach Schweden und versucht dort über die Runden zu kommen. Der Vater lebt bis heute in Syrien.

Zu den Schwierigkeiten, die Asylsuchende hier haben Fuß zu fassen, kamen in Ahmeds Fall die Besonderheit, dass sein Name, als auch der Geburtsort bei der Registrierung falsch eingetragen wurde und er – trotz mehrmaligen Hinweises – lange keinerlei Unterstützung erhielt.
Nach etlichen Gängen zur Ausländerbehörde und dem Sozialamt sowie der Übersetzung der Original – Geburtsurkunde, erhielt Ahmed schlussendlich Unterstützung als Asylberechtigter.
Aktuell wartet er auf die Fertigstellung seines Ausweises und der Aufenthaltsgenehmigung und unterstützt Sanctum Homes bei der Arbeit im TEO Home. Wir lernen ihn als intelligenten, kommunikationsfreudigen und anpassungsfähigen Menschen kennen und uns überrascht, wie gleichmütig und zugleich hartnäckig er seine Ziele verfolgt.
Er teilt seine Erfahrungen gerne mit den Neuankömmlingen und gibt Ihnen wertvolle Tips. Einer davon ist:

„Flüchtlinge in Deutschland haben gute Chancen auf ein vernünftiges Leben, wenn sie einmal anerkannt sind und die deutschen Regeln respektieren“.

Weiter wünscht sich Ahmed, das unsere Bundesregierung gut prüfen solle, wer „..gute Zuwanderer sind und wer nicht“. Von Menschen die gegen Asylanten sind, erhofft er sich, das diese sich stärker mit den Ursachen der Flucht beschäftigen, um so vielleicht ein besseres Verständnis für die Flüchtenden zu bekommen.

Auf die Frage, was sich Ahmed für die Zukunft wünscht, antwortet er:

„..Schwedisch lernen, um dann so schnell wie möglich dort hin zu fliegen“.
Denn dort warten bereits seine Frau und sein Bruder auf ihn, um mit ihm zusammen ein gemeinsamen Leben aufzubauen. Auch studieren möchte Ahmed noch einmal. Diesmal Zahnmedizin.

Wir wünschen Ahmed viel Erfolg auf seinem Weg, ein glückliches Leben mit seiner ganzen Familie zu führen.

Team Sanctum Homes

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